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Tesla Roadster nach 9 Jahren enthüllt

Das Demo-Video des neuen Roadsters ist zweifellos beeindruckend, aber die Werte für 0 auf 60 mph und der Produktionstermin sind Behauptungen von Tesla und Elon Musk, und einen Preis gibt es noch nicht.

Tesla hat den neuen Roadster am 15. Okt. (Ortszeit) auf dem Testgelände von SpaceX in McGregor, Texas, enthüllt, rund neun Jahre nachdem im November 2017 der erste Prototyp aufgetaucht war. Im Livestream fuhr das Auto eine umgedrehte Rampe hinauf, lief kopfüber, sprang über eine Reihe von Tesla-Fahrzeugen und überschlug sich in der Luft einmal. Als Spektakel hielt das Video, was es versprach.

Laut Berichten stellte Tesla drei Trims (Ausführungen desselben Autos) vor:

Trim Sitze 0 auf 60 mph (Teslas Angabe) Besonderheiten
Performance 2 unter 1,6 s straßentauglich, per Reservierung
Thrust 2 unter 0,9 s rennfertig, Gasdüsen am Heck (Geräte, die das Auto durch ausgeblasene Druckluft antreiben), limitiert
Rocket 1 unter 0,59 s nur auf Einladung, Düsen am Rand, als nicht für öffentliche Straßen zugelassen angegeben

Alle drei Trims schaffen laut Tesla mehr als 300 Meilen (rund 480 km) Reichweite. Für keinen Trim wurde ein Preis genannt. Zur Orientierung: 60 mph sind rund 97 km/h.

Wer fuhr das Demo-Auto, und wie wurden die Luftmanöver gesteuert?

Das ist die Frage, die am meisten interessiert, und es gibt keine gesicherte Antwort. Not a Tesla App berichtet, Musk habe gesagt, das Demo-Auto sei selbst gefahren, damit niemand verletzt wird. Ein Electrek-Bericht vor dem Event sprach dagegen von einem ferngesteuerten Fahrzeug, und der Electrek-Artikel vom Eventtag äußert sich dazu nicht. Beide Darstellungen stimmen darin überein, dass niemand im Auto saß.

Für die Luftmanöver sorgten Kaltgasdüsen. Nur Not a Tesla App nennt Einzelheiten: Zwei Tanks mit rund 250 kg (600 Litern) Luft speisen zehn Düsen, und das Auto kann seine Tanks selbst wieder füllen. Welche Sensoren und welche Software bestimmen, wann und wie stark die Düsen feuern, dazu habe ich keine öffentlichen Angaben gefunden.

Kann man den 0,81-Sekunden-Wert für 0 auf 60 mph glauben?

Not a Tesla App schreibt, beim Event seien 0,81 Sekunden erreicht worden, nennt aber keine Messbedingungen. Electrek behandelt alle Werte für 0 auf 60 mph als Behauptungen von Tesla und merkt an, dass es kein eigenes Beschleunigungsvideo gab. Dasselbe Auto kann je nach Startbedingungen, Untergrund und Messmethode unterschiedliche Zeiten liefern, und diese Bedingungen sind nicht veröffentlicht. Bis unabhängige Messungen vorliegen, sollte man die Zahlen als „Werte, die Tesla nennt“ lesen.

Allein nach den Zahlen würde das Auto jeden heutigen Serienwagen übertreffen, urteilt Trending Topics. Unabhängig davon, ob der Rekord glaubwürdig ist, bleibt auch offen, ob die Düsen im Straßenbetrieb etwas nützen. Nach Electreks Argument, wie es Trending Topics wiedergibt, verringert ein Schub, der das Auto anhebt, den Reifengrip. Wie oft und wie schnell sich die Düsen einsetzen lassen, ist ebenfalls nicht veröffentlicht.

Was bedeutet es, dass das Auto „by-wire“ ist?

Not a Tesla App berichtet, das Auto nutze eine Yoke-Lenkung (ein Bedienelement anstelle des Lenkrads) sowie elektronische Brems- und Gassysteme. By-wire heißt, dass die Eingabe der fahrenden Person als elektrisches Signal statt über eine mechanische Verbindung ans Auto gelangt. Auch das ist die Meldung eines einzelnen Mediums, das hinzufügt, Innenraum und Bildschirmaufbau könnten sich vor der Serie noch ändern.

Eine Vermutung von mir: Weil jede Bedienung durch Software läuft, kann ein Fehler zum Sicherheitsproblem werden. Eine genaue Beschreibung der Softwarearchitektur oder des Sicherheitskonzepts von Tesla habe ich nicht gefunden.

Soll man reservieren, und wann kommt das Auto?

Für den Trim Performance nennt Electrek 5.000 US-Dollar (rund 4.500 Euro) sofort und weitere 45.000 US-Dollar innerhalb von 10 Tagen, insgesamt 50.000 US-Dollar (rund 45.000 Euro), erstattungsfähig. Auch Not a Tesla App nennt für Performance 50.000 US-Dollar und für Thrust 250.000 US-Dollar (rund 220.000 Euro). Den Thrust-Betrag meldet nur dieses Medium, und manche Berichte nennen 50.000 US-Dollar als Reservierung für das ganze Auto. Die genauen Bedingungen prüft man am besten auf der Tesla-Seite selbst.

Zum Produktionstermin gibt es nur Musks Aussage „2028“, und das ist kein offizieller Zeitplan. Der Starttermin des Roadsters wurde schon mehrfach verschoben, und diese Vorgeschichte taugt als Maßstab für jede technische Ankündigung. So sieht das Versprechen von 2017 neben der jetzigen Ankündigung aus:

  • Sitze: 4 → bis zu 2
  • Reichweite: 620 Meilen (rund 1.000 km) → über 300 Meilen
  • Höchstgeschwindigkeit: über 250 mph (rund 400 km/h) → über 230 mph (rund 370 km/h, Rocket)
  • Start: 2020 → Ziel 2028

2017 versprach Tesla außerdem einen Basispreis von 200.000 US-Dollar (rund 180.000 Euro) und 1,9 Sekunden für 0 auf 60 mph. Diesmal gibt es keinen Preis.

Was nicht bestätigt ist

  • Wie Personen, die 2017 eine Anzahlung geleistet haben, beim neuen Auto behandelt werden, ist nicht bekannt. Electrek hat dieselbe Frage aufgeworfen.
  • Die Zahl der Reservierungen wurde nicht veröffentlicht.
  • Für den neuen Roadster wurde kein Preis genannt.
  • Die Thrust-Anzahlung von 250.000 US-Dollar stammt aus einer einzigen Meldung.

Was als Nächstes zu beobachten ist

  • Ob Tesla bei den Zahlen zum dritten Quartal am 21. Okt. etwas zu Termin oder Preis des Roadsters sagt.
  • Unabhängige Messungen von Beschleunigung und Kurvenverhalten sowie Angaben dazu, wie das Demo-Auto gesteuert wurde.
  • Teslas offizielle Haltung zu den Reservierungen von 2017.

Umrechnung in Euro nach dem Kurs vom 16. Okt. 2026 (1 US-Dollar ≈ 0,89 Euro), gerundet.

Quellen

Quelle: electrek.co

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